Viele Menschen schauen mit Bangen in eine ungewisse Zukunft. Nicht wenige suchen dann nach Orientierungspunkten und verfallen möglicherweise Voraussagen von zweifelhaften Hellsehern. Echte prophetische Quellen sollten aber ihre Verlässlichkeit schon einmal unter Beweis gestellt haben, indem ihre Voraussagen tatsächlich eingetroffen sind. Auch in der Bibel gibt es Prophetien und sogar solche über unsere heutige, in so vielerlei Hinsicht spezielle Zeit. Dieses Essay untersucht, inwieweit die biblische Prophetie uns Heutigen eine Richtung weisen und damit Halt in einer zutiefst unsicheren Zeit geben kann.
Hat der Zeitenwandel eine Struktur?
Als Gymnasiast war ich ein begeisterter Hörer der Gruppe Chicago. Insbesondere hatte es mir deren Hit „Does anybody really know what time it is?“ angetan, wohl auch deswegen, weil mich diese Fragestellung unbewusst schon in jungen Jahren interessierte.
Auch heute hört man immer wieder einmal den Begriff „Zeitenwandel“, den man an dieser oder jener gesellschaftlichen Entwicklung festmachen zu können glaubt. Aber es besteht dabei das Problem, dass alle diese Analysen, wie unterschiedlich sie inhaltlich auch ausfallen mögen, fast immer nur Symptome beschreiben, die dahinter liegenden geistigen Ursachen aber noch nicht einmal erahnen lassen.
Besonders wenn wir gewohnt sind, den aktuellen politischen und gesellschaftspolitischen Ereignissen aus Sicht des Zeitgeistglaubens zu folgen –denn nichts anderes ist das heutige Massenbewusstsein, ein Glaube –, neigen wir ja dazu, diese Ereignisse wie Zufallsprodukte zu behandeln, vergleichbar mit Wetterphänomenen. Bei einer solchen Betrachtungsweise hechelt man in seinem Denken und Urteilen den Geschehnissen auf die eine oder andere Weise immer hinterher und versucht sich dann im Nachhinein seinen, natürlich von den eigenen Vorurteilen und der eigenen Weltsicht beeinflussten Reim darauf zu machen. Man könnte auch sagen, man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Man ist so – um bei diesem Beispiel zu bleiben – vielleicht in der Lage, die Unterschiedlichkeit der einzelnen Bäume in Größe, Eigenart und Type mehr oder weniger akkurat zu beschreiben, aber der Wald, in seiner Formgestalt, seiner Größe oder in der Art, wie er in größere geographische Gegebenheiten eingebettet ist, gerät dabei mehr und mehr aus dem Blickfeld, bis dahin, dass man vielleicht sogar überhaupt ganz vergisst, dass viele einzelne Bäume ja am Ende das ausmachen, was man gemeinhin „Wald“ nennt. Der „Wald“ wäre also in diesem Gleichnis das gemeinsame Ganze, das Übergeordnete und der rote Faden, der all diese vereinzelten Phänomene und die Strömungen des Zeitgeschehens in einen größeren Zusammenhang stellt.
Könnte es entsprechend sein, dass die Geschehnisse in Politik und Gesellschaft und die Entwicklungen in der Geschichte nicht nur Zufallsprodukte sind, sondern einem sinnvollen Muster, ja vielleicht sogar einer geheimen höheren Idee folgen? Der griechische Philosoph Aristoteles hat diesem Gedanken einen eigenen Namen gegeben: Entelechie. Diese Idee beschreibt sinngemäß, dass die Entwicklung der Menschheit in sich selbst einem immanenten Entfaltungsmuster folgt, hin zu einem Ideal – ähnlich wie der Raupe eine Kraft mitgegeben ist, um einmal, wenn dieser Prozess nicht gewaltsam gestört wird, sich unweigerlich zu einem Schmetterling zu entwickeln. Auf diese Weise würde auch die für uns Heutige recht merkwürdig anmutende Idee des deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz aus dem frühen 18. Jahrhundert, nach der wir „in der besten aller möglichen Welten“ leben, durchaus Sinn ergeben.
Interessant bei diesem Gedankengang ist, dass die Wissenschaft genauso wie der empirische Beobachter weiß, dass aus dieser oder jener Raupe zwangsläufig einmal genau diese oder jene Art von Schmetterling wird. Woher aber die hinter diesem Phänomen liegende Antriebskraft nun kommt, diese Frage kann die Wissenschaft nicht beantworten. Und um das ganz deutlich festzuhalten: Damit kann die so stolze Wissenschaft tatsächlich über das Wesentliche, nämlich die Natur des Lebens, keine Aussage machen. Sie kann immer nur die Auswirkungen einer verborgen wirkenden Lebenskraft beschreiben, diese Wirkungen vermessen, vergleichen und daraus dann Schlüsse ziehen, vielleicht Hypothesen bilden, die aber dann auch regelmäßig immer wieder über den Haufen geworfen und durch neue Hypothesen ersetzt werden müssen.
Somit wäre also festzuhalten, dass uns, wenn wir wie oben beschrieben auf die täglichen Meldungen und Entwicklungen immer nur als isoliert für sich stehende Ereignisse blicken, dabei leicht ein zugrunde liegender höherer Sinn entgeht, der alle politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in eine bestimmte Richtung drängt, einen Omega-Punkt der Evolution sozusagen. Die Idee einer idealen Gesellschaft ist ja nicht neu, und viele Philosophen und Schriftsteller haben sich im Laufe der Jahrtausende daran abgearbeitet. Marx beispielsweise hat mit seiner Idee vom Reich der Freiheit diesen Gedanken durch ein gedankliches, gottloses Konstrukt pervertiert wiedergegeben. Und auch in den Mythen und Überlieferungen der Hochkulturen finden wir die Reminiszenzen eines sagenumwobenen „Goldenen Zeitalters“, einer Epoche des Friedens und der Harmonie, ohne Kriege oder durch menschliche Willkür verursachte Katastrophen, in der die Menschen im Einklang mit der Natur und der göttlichen Ordnung gelebt haben sollen.
Prophetie, ein ausschließlich religiöses Phänomen
Wenn wir dieses Ideal aus der Vergangenheit nun umdrehen und in die Zukunft projizieren, dann sind wir bei der Idee des „Goldenen Zeitalters“ und im Bereich der Prophetie. Und dabei treffen wir auf ein interessantes Phänomen, dass es nämlich weder in der Naturwissenschaft noch in der klassischen Philosophie eine Prophetie gibt, sondern dieses Phänomen der seriösen Zukunftsschau immer nur aus einem wie auch immer gearteten religiösen Kontext heraus bekannt ist. Ähnlich wie die Wissenschaft keine Auskunft geben kann über die wirkliche Größe des Universums, vermag menschlich-vernünftiges Denken, im Gegensatz zur Religion, keine ernstzunehmenden Aussagen über die Zukunft der Menschheit zu machen – außer in reiner verstandesgetriebener Spekulation, die aber immer nur den Status Quo und die zurückliegenden Trends einfach linear in die Zukunft projiziert.
Echte Prophetie bedarf also zwingend einer außerhalb der menschlichen Vernunft liegenden, höheren geistigen Quelle, welche durch Vermittlung in Worten oder Bildern den Menschen Zukünftiges bereits in der Gegenwart zur Kenntnis bringt. Und diese geistige Quelle entzieht sich logischerweise auch der Verifizierung durch menschlich rationales Denken, weil sie ja das höhere geistige Prinzip, jenseits der Ratio, repräsentiert. Wenn wir nun eine solche Prophetie prüfen wollten und würden uns dabei nur an – von der Jetztzeit aus betrachtet – zukünftig vorausgesagten Ereignissen orientieren, so könnten wir logischerweise über deren Wahrheitsgehalt hier und heute keinerlei Aussage machen, solange das Vorausgesagte noch nicht eingetreten ist. Und das ist auch genau der Grund, warum es gerade in unserer unsicheren Zeit so unendlich viele Voraussagen für die Zukunft gibt, die einander teilweise völlig widersprechen, denn es ist wohlfeil, sich damit als Prophet zu gerieren, solange einen die Wirklichkeit nicht Lügen strafen kann.
Anders steht es um Quellen, die von einer fernen Vergangenheit aus in ihrer Zukunft liegende Ereignisse vorausgesagt haben, welche danach geschichtlich und faktisch eingetroffen sind, so dass man als Nachgeborene sehr genau sagen kann, ob die Prophetie mit den zeitlich folgenden Ereignissen übereinstimmte oder nicht. Kennen wir nun solche Beispiele von Prophetien, die tatsächlich eingetroffen sind, aus unserem eigenen Kulturkreis? Ja, die gibt es, und das Erstaunliche dabei ist: Das Dokument dieser Prophetien ist einem jeden von uns zumindest dem Namen nach bekannt, nämlich kein geringeres als das Buch der Bücher – die Bibel. Darin finden wir zum Beispiel im sogenannten „Alten Testament“ folgende Aussagen über den von den Juden erwarteten Messias:
Jesaja 7,14: „Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.“
Micha 5,1: „Und du, Bethlehem Ephratha, die du klein bist unter den Städten in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.“
Jesaja 53,3: „Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.“
Sacharja 9,9: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“
Sacharja 11,12: „Und ich sprach zu ihnen: Gefällt’s euch, so gebt her meinen Lohn; wenn nicht, so laßt’s bleiben. Und sie wogen mir den Lohn dar, dreißig Silberstücke.“
Psalm 22,17: „Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat mich umringt; sie haben meine Hände und Füße durchgraben.“
Jesaja 50,6: „Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.“
Jesaja 53,7: „Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf.“
Psalm 22,19: „Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.“
Psalm 69,22: „Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst.“
Sacharja 12,10: „Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen.“
Weisheit 2,12-20: „Ist der Gerechte wirklich der Sohn Gottes, dann nimmt sich Gott seiner an und entreißt ihn der Hand seiner Gegner. Durch Erniedrigung und Folter wollen wir ihn prüfen, um seinen Gleichmut kennenzulernen und seine Widerstandskraft auf die Probe zu stellen. Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen, er behauptet ja, es würde ihm Hilfe gewährt.“
Daniel 7,13-14: „Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Der gab ihm Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.“
Nun ist es geschichtlich erwiesen, dass diese Worte zwischen 250 und 100 Jahren vor Christus in einem Dokument, dem Tanach bzw. der Septuaginta, schriftlich niedergelegt wurden, aber vermutlich noch älteren Ursprungs sind. Diese noch unvollständige Zusammenstellung einiger Passagen aus dem Alten Testament, wie es heute allgemein genannt wird, muten fast wie ein Steckbrief an für eine Person, die wir heute unter dem Namen Jesus Christus kennen, die aber erst einige Jahrhunderte später geschichtlich in Galiläa bzw. Judäa erschienen ist und wie allgemein bekannt um das Jahr 30 n. Ch. in Jerusalem von der römischen Obrigkeit, unter maßgebender Führung der jüdischen Priesterschaft, gekreuzigt wurde.
Hier würde es sich also um eine echte Prophetie handeln, deren Wahrheitsgehalt durch das zeitlich darauf folgende Eintreffen in der faktischen Wirklichkeit, nämlich der des Auftretens, Wirkens und der Ermordung von Jesus Christus, bestätigt wurde. So heißt es zusätzlich bei Jesaja, der den zukünftigen Messias sogar in Ich-Form von seiner Mission folgendes sagen lässt:
„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat und gesandt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und die Zerschlagenen zu entlassen in die Freiheit, und zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ ( Jesaja 61,1-2 )
Und Jesus selbst bekannte sich ganz am Beginn seines öffentlichen Wirkens in der Synagoge seiner Heimatstadt Nazareth zu dieser alttestamentarischen Prophezeiung, die ein Teil der rituellen Lesungen aus der Thora für die gläubigen Juden war, indem er ausruft: „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.“ (Lukas 4,21)
Daraus muss man also zwingend logisch schließen, dass es eine Quelle von Wahrheit gibt, die, jenseits von Raum und Zeit stehend, in der Lage ist, zukünftige Ereignisse im voraus zu benennen, zu beschreiben und der Menschheit über Vermittlung zur Kenntnis zu bringen.
Prophetie im Neuen Testament
Nun, diese geheimnisvolle geistige Quelle drückt sich also in diesem Fall in der Bibel als ihrem Offenbarungsmedium aus. Man darf also festhalten, dass schon durch solch nachweisbar erfüllte Prophezeiungen dieses Buch mit anderen Maßstäben gemessen und damit von der Wertigkeit einer anderen Kategorie zugeordnet werden muss als gewöhnliche Bücher. Und das ist einer der Gründe, warum es auch mit voller Berechtigung bis auf den heutigen Tag als „Heilige Schrift“ bezeichnet wird.
Nun gibt es nicht nur Prophezeiungen über Jesus im Alten Testament, es gibt im Neuen Testament eine Prophezeiung von Jesus Christus selbst, die ebenfalls bereits geschichtlich eingetroffen ist und sich deshalb als wahr erwiesen hat:
„Und als etliche von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihgeschenken geschmückt sei, sprach er (Jesus): Was ihr da sehet, es werden Tage kommen, wo kein Stein auf dem andern bleiben wird, der nicht zerstört würde!“ (Lukas 12,5-6)
Es handelt sich dabei um den sogenannten zweiten Tempel Jerusalems, Hauptheiligtum der aus dem Exil zurückgekehrten Judäer, erbaut unter dem persischen Statthalter Serubbabel um 515 v. Chr., mehrfach umgebaut und unter Herodes dem Großen stark erweitert und neu konzipiert. Dieser Tempel wurde tatsächlich bei der Eroberung Jerusalems durch römische Truppen im Jahr 70 n. Chr. geplündert, in Brand gesetzt und zerstört, so wie es Jesus seinen Jüngern circa vierzig Jahre vorher vorausgesagt hatte.
Wäre es nun nicht auch interessant zu wissen, ob Jesus Christus auch für unsere Zeit, in der wir heute leben, irgendwelche Weissagungen gemacht hat? Und tatsächlich finden wir einige Aussagen, die sich, wenn wir davon ausgehen müssen, dass sie im ersten Jahrhundert nach Christus niedergeschrieben wurden, ausdrücklich auf eine weit in der Zukunft liegende Zeit beziehen. Die bekannteste finden wir an dieser Stelle in den Evangelien bei Matthäus 24:
„Als Jesus später am Abhang des Ölbergs saß und mit seinen Jüngern allein war, baten sie ihn: ‘Sag uns doch: Wann wird das geschehen? Welches Ereignis wird dein Kommen und das Ende der Welt ankündigen?’ Jesus antwortete: ‘Lasst euch von keinem Menschen täuschen! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich behaupten: ‘Ich bin der Christus, der von Gott erwählte Retter!’ Und so werden sie viele in die Irre führen. Ihr werdet von Kriegen hören und davon, dass Kriege drohen. Lasst euch dadurch nicht erschrecken! Das muss geschehen, doch es bedeutet noch nicht das Ende. Ein Volk wird gegen das andere kämpfen und ein Königreich das andere angreifen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte und Erdbeben geben. Das alles ist aber erst der Anfang – so wie die ersten Wehen bei einer Geburt. Dann werdet ihr gefoltert, getötet und in der ganzen Welt gehasst werden, weil ihr euch zu mir bekennt. Viele werden sich vom Glauben abwenden, einander verraten und hassen. Falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele verführen. Und weil Gottes Gebote immer stärker missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei den meisten von euch erkalten. Aber wer bis zum Ende standhält, der wird gerettet. Die rettende Botschaft von Gottes Reich wird auf der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören. Dann erst wird das Ende kommen.’“ (Matthäus 24,3-24)
Dazu muss man zum besseren Verständnis der Form und des Inhaltes einiges erläutern. Diese Stelle in der Bibel wird zusammen mit einigen anderen in der christlichen Terminologie als „Endzeitprophetie“ bezeichnet. Und bereits unmittelbar nach der Auferstehung Jesu, und danach durch alle Jahrhunderte hindurch bis heute, haben sich die Gläubigen den Kopf zerbrochen, wann diese Endzeit nun eintreten werde und ob sie selbst vielleicht noch Zeitzeugen dieses Geschehens sein würden. Zu beachten ist auch die Anrede von Jesus, die in dieser Prophezeiung verwendet wird. Er antwortet ja seinen Jüngern auf deren Frage, wann dies alles geschehen wird, in seiner aktuellen Zeit, also in der Zeit der Zeitenwende, andererseits sagt er, als er die zukünftigen Ereignisse beschreibt, „Ihr werdet“ – so als ob die gleichen Jünger dann auch wieder Zeitzeugen sein würden, also sich noch einmal inkarniert haben würden, vielleicht um wiederum federführend an dem ganzen Endzeitgeschehen mitzuwirken. Nun, mittlerweile sind fast zweitausend Jahre verstrichen, und das Wiederkommen Christi ist, zumindest in einer sichtbaren Form, noch nicht eingetreten.
Trifft die Endzeitprophezeiung Jesu auf unsere Zeit zu?
Da diese Endzeit von Jesus selbst aber so erstaunlich detailliert und konkret beschrieben wurde, lohnt es sich, die einzelnen Punkte doch einmal genauer zu betrachten, um dann prüfen zu können, inwieweit diese Beschreibung auf unsere heutige, in vieler Hinsicht doch sehr spezielle Zeit zutreffen könnte. Dazu muss man wissen, dass die biblische Sprache nicht immer nur materielle Verhältnisse beschreibt, sondern sehr häufig mit symbolischen Bildern und Metaphern arbeitet, und dass wir hier meist eine Mischung von beidem, also materiellen Geschehnissen neben Bildern einer geistigen Symbolsprache, finden. So gibt es auch in diesem Text Passagen, die eher symbolhaft gemeint sind, und andere, welche gerade auch ganz konkrete materielle Zustände beschreiben. Da heißt es also zunächst:
„Lasst euch von keinem Menschen täuschen! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und von sich behaupten: ‘Ich bin der Christus, der von Gott erwählte Retter!’ Und so werden sie viele in die Irre führen.“
Könnte das nun auf unsere Zeit zutreffen? Nun, es gibt in der heutigen „spirituellen Szene“ überall auf der Welt eine ganze Reihe von geistigen Führern, die sich als der wiedergekommene Christus verehren lassen. Allerdings ist das in so unverblümter Form eher die Ausnahme, in dem profanen Sinn: „Schaut mal alle her, ich bin der wiedergekommene Christus!“, auch wenn es das natürlich gibt. Weit häufiger ist es der Fall, dass Gurus oder vermeintliche Messiasse sich auf eine Stufe mit Jesus stellen oder gar von sich behaupten, sie seien der „Vater“ und Jesus Christus sei lediglich der „Sohn“. Und noch häufiger trifft man die Konstellation, dass sich solche sogenannten Meister als „eins mit dem Christusbewusstsein“ bezeichnen und sich dadurch mit gottähnlicher Autorität ausgestattet wähnen. Schließlich gehören in weitestem Sinne zu denjenigen, „die unter seinem Namen auftreten“, auch die heutigen Kirchenvertreter der großen christlichen Religionen. Auch sie gehören zu denen, die in vielerlei Hinsicht die Menschen in die Irre führen. Zum Beispiel ist es in der Evangelischen Kirche nun offizielle Lehrmeinung geworden, dass die Wunder, die Jesus vollbracht hat, allegorisch zu deuten seien, und ebenso sei die Jungfrauengeburt Marias nicht wörtlich zu nehmen, vielmehr müsse hier mit „junge Frau“ übersetzt werden. Und so werden in der Tat viele Schäfchen in die Irre geführt, indem das Heilige, Geistige und Einmalige des Christusgeschehens verwässert wird. Dieser erste Punkt der Weissagung Jesu Christi ist also in unserer Zeit ohne weiteres erfüllt.
Dann heißt es als nächstes:
„Ihr werdet von Kriegen hören und davon, dass Kriege drohen. Lasst euch dadurch nicht erschrecken! Das muss geschehen, doch es bedeutet noch nicht das Ende. Ein Volk wird gegen das andere kämpfen und ein Königreich das andere angreifen. In vielen Teilen der Welt wird es Hungersnöte und Erdbeben geben.“
Nun, man müsste schon fast weltfremd sein, wenn man behaupten wollte, dass diese Kriterien der Prophezeiung nicht perfekt auf unsere Zeit zutreffen würden. Hätten wir vor zwanzig oder auch nur zehn Jahren ahnen können, dass nun ganz offen wieder die Möglichkeit eines Atomkrieges als durchaus realistisch eingeschätzt wird, ja dass von westlichen Militärs neuerdings zu hören ist, dass ein atomarer Erstschlag durchaus eine erfolgreiche Option gegenüber Russland oder dem Iran sein könnte? Und wenn wir bei jenen Kriegen, die da aktuell tatsächlich mit Waffen geführt werden, noch die Wirtschaftskriege, die Cyberkriege, die Propagandakriege und nicht zuletzt die Kriege mit Worten und Ideen in den politischen Debatten und den sozialen Netzwerken mit einbeziehen, dann sind wir schon ganz nahe dran am jenem „Krieg aller gegen alle“, der von vielen biblischen wie auch nicht-biblischen Sehern ebenfalls als ein Zeichen der Endzeit vorausgesagt wurde.
Und was die Umweltkatastrophen betrifft, so gibt es bei ihnen in den letzten Jahrzehnten einen statistisch feststellbaren signifikanten Anstieg. Diese Tendenz bestätigt auch ein Bericht des UN-Büros für Katastrophenvorsorge in Genf von 2018, nach dem Überschwemmungen, Stürme, Erdbeben, Hitzewellen, Dürren und Waldbrände in den vergangenen zwanzig Jahren mehr als doppelt so hohe Schäden verursacht haben wie in den zwanzig Jahren davor. Das Argument, das man so oft in diesem Zusammenhang beschwichtigend hört, dass es immer schon Naturkatastrophen gegeben habe, greift also nicht wirklich. Interessant ist auch die Formulierung, „…dass Kriege drohen. Lasst euch dadurch nicht erschrecken!“ (In anderen Übersetzungen heißt es „und Kriegsgerüchte“). Werden wir nicht heute, so wir regelmäßig die Nachrichten und Berichte in den Mainstreammedien verfolgen, ununterbrochen von drohenden Kriegskonflikten verunsichert, so als müssten wir jeden Moment mit einem neuen großen Kriegsausbruch rechnen? Ist das wirklich seriöse Berichterstattung oder geht es vielmehr darum, die Menschen in einer ständigen Angst zu halten, um sie dadurch manipulierbarer und ohnmächtiger zu machen? Und gerade dann wäre es für die aufgeklärten Menschen elementar wichtig, eben nicht – wie die große Masse – durch Sorgen, Ängste und Befürchtungen das Leben nur noch negativ zu sehen und damit womöglich alles Wahre, Gute und Schöne, das es immer gegeben hat und selbstverständlich auch heute noch gibt, nicht mehr wahrnehmen und entsprechend wertschätzen zu können. Denn „(die Liebe) sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“ (1. Korinther 13,7)
Schauen wir weiter: „Dann werdet ihr gefoltert, getötet und in der ganzen Welt gehasst werden, weil ihr euch zu mir bekennt.“
Organisationen wie „Open Doors“ weisen in ihren veröffentlichen Berichten darauf hin, dass die Zahl der verfolgten Christen seit circa zehn Jahren stetig gestiegen ist und dass man inzwischen weltweit von zweihundert Millionen Menschen ausgeht. Nach einer Studie des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten in Russland sind von allen religiös Verfolgten auf der ganzen Welt 85 Prozent Christen. Und das Internationale Institut für Religionsfreiheit schätzt, dass im Jahre 2017 zwischen 4000 und 6000 Christen wegen ihres Glaubens umgebracht wurden. Das sind 11 Menschen an jedem Tag. Es gibt bereits Länder, zum Beispiel in der arabischen Welt, wo die Zahl der Christen nur noch circa 10 Prozent gegenüber jener vor zwanzig oder dreißig Jahren ausmacht. Inzwischen hört man auch immer öfter von Christenverfolgungen in Indien, einem Land, das vor nicht allzu langer Zeit noch als ein Musterbeispiel für friedliches Zusammenleben und Toleranz unter den Religionen gegolten hat. Seitdem in Indien der verlängerte Arm einer fanatischen Hindu-Sekte an der Regierung ist, welche offen für ein rein hinduistisches Indien kämpft, kommt es immer öfter vor, dass Kirchen niedergerissen, Gottesdienste gewaltsam gestört und christliche Friedhöfe geschändet werden, ohne dass die Täter mit juristischen Konsequenzen zu rechnen hätten. Das Land aber mit der vielleicht schlimmsten und brutalsten Christenverfolgung ist das muslimische Pakistan. Der traurigste Höhepunkt für den unmenschlichen Hass gegen Christen, der in diesem Land an der Tagesordnung ist, ist wohl der Fall von Asia Bibi, einem damals sechzehnjährigen Mädchen, das 2010 zum Tode verurteilt wurde, weil sie bei einem Gespräch mit Nachbarn sagte, dass Jesus und nicht Mohammed der wahre Prophet Gottes sei. Zwei Politiker, die sich für ihre Freilassung aussprachen, wurden daraufhin ermordet. Als sie dann im Oktober 2018 freigesprochen wurde, nachdem sie bereits acht Jahre in pakistanischen Gefängnissen schmachten musste, gab es landesweite Massenproteste mit einer unheimlichen Entladung von Hass und Gewalt, bei denen noch einmal der Galgen für Asia Bibi gefordert wurde. Sie und ihre Familie mussten daraufhin untertauchen, Asyl im Westen beantragen, und bis heute ist ihr weiteres Schicksal nicht genau bekannt. Ihr Anwalt floh nach Holland, um sein Leben zu retten, und hat dort auch mittlerweile Asyl beantragt. Generell muss man feststellen, dass es heute wieder so weit gekommen ist, dass ein Übertritt zum christlichen Glauben für Muslime in vielen Ländern nicht selten einem Todesurteil gleichkommt. Es ist fast überflüssig zu erwähnen, dass dieses Thema der Christenverfolgung dennoch in unseren führenden Medien nur ganz am Rande vorkommt, was interessanterweise bei der Verfolgung von anderen religiösen Minderheiten oft anders aussieht – wie kürzlich bei dem von Buddhisten begangenen Massaker an Muslimen in Myanmar, dem man auch in den deutschen Medien eine erhebliche mediale Präsenz zuteilwerden ließ.
Aber auch in den sogenannten westlichen Ländern werden die Christen immer mehr bedrängt, zwar nur selten mit der offiziellen Begründung „weil sie Christen“ seien, aber sehr wohl dann, wenn sie aufstehen und es wagen, urchristliche Positionen zu vertreten. Was antichristliche Gruppen, wie zum Beispiel fast die gesamte feministische Bewegung, dabei so über alle Maßen in Rage bringt, ist weniger das religiöse Element selbst, denn das wird Muslimen, Hindus oder auch Esoterikern unter dem Begriff „Religionsfreiheit“ in der Regel durchaus zugestanden, es ist vielmehr die christliche Moral, die der landläufigen Zeitgeistmoral, alles machen zu können, was der aufgeklärte Mensch für richtig hält, so überaus lästig im Wege steht. So stand ein Brautladen in Bloomsberg in Pennsylvania vor der Schließung, weil sich die Besitzer als bibeltreue Christen geweigert hatten, ein Schwulenpaar für deren Hochzeit einzukleiden, und sie daraufhin mit anonymen Morddrohungen verfolgt und von der Stadtverwaltung mit einem exorbitanten Bußgeld bestraft wurden. In einer christlichen Bäckerei in Oregon wurde einem Ehepaar ein Bußgeld von 135000 $ (!) auferlegt, weil die beiden sich ebenfalls geweigert hatten, für ein schwules Ehepaar einen Hochzeitskuchen zu liefern. Und auch bei uns greifen überall mehr und mehr Maßnahmen, die sich explizit gegen christliche Traditionen richten. So wurden die Betreiber von immer mehr Schulen und öffentlichen Einrichtungen in den letzten Jahren per Gerichtsbeschluss gezwungen, unter Berufung auf die Trennung zwischen Staat und Kirche, die christlichen Kreuze aus den Räumen zu entfernen. Und um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, so wurde laut einem Medienbericht einer evangelischen Lehrerin in Wedding, Berlin, per Dienstanweisung verboten, das Kreuz an ihrer Halskette sichtbar zu tragen. Den aber wohl ungeschminktesten Beweis für diese Art von öffentlichem „Antichristentum“ leistete sich ein deutscher Theatermacher, der im Jahre 2015 in seinem Theaterstück „Fear“ auf der Schaubühne in Berlin die Augen von einigen bekannten Frauen, die für ihre christlichen Positionen öffentlich einstanden, auf Plakaten, die auf der Bühne herumgetragen wurden, die Augen durchbohren ließ, zusammen mit der durch Schauspieler akklamierten Empfehlung, diese „braune Soße wegzumachen“, ihnen „einen Schuss zwischen die Augen“ zu verpassen oder sie „unter die Erde zu bringen“. Dies alles natürlich mit dem Recht der „Freiheit der Künste“ offiziell gedeckt. Es wurde berichtet, dass das akademische Publikum, vorwiegend aus dem deutschen Bildungsbürgertum, nach der Vorstellung wohlwollend geklatscht habe, und natürlich fanden die zum großen Teil links-liberalen Leitmedien in Deutschland diesen Abgrund von menschlicher Verachtung und Sittenverfall kaum einer Erwähnung wert, und wenn, dann mehrheitlich mit einer zustimmenden Reaktion im Sinne einer „engagierten Kunst, die wieder Farbe gegen Nazis bekenne“. Wir erinnern uns: „Und weil Gottes Gebote immer stärker missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei den meisten von euch erkalten.“
Dass dieses Ereignis kein Ausrutscher irgendwelcher wildgewordener Künstler war, zeigt auch der Trend in den sozialen Medien, insbesondere auf Facebook, wo es immer öfter vorkommt, dass Beiträge, wo christliche Sichtweisen sich gegen Tendenzen der muslimischen Scharia aussprechen, als Hasspositionen eingestuft und von den Betreibern gelöscht werden.
„Viele werden sich vom Glauben abwenden, einander verraten und hassen.“
Besonders auffällig ist heute der Abfall vom Gottesglauben unter der Jugend in den westlichen Industriestaaten. Je jünger die Generationen sind, desto ungläubiger scheinen sie tendenziell zu sein. Nach jüngeren Statistiken findet es nur noch eine Minderheit der Jugendlichen wichtig, an Gott zu glauben. Ist das nun Zufall und eine „natürliche“ Entwicklung in einer säkularen Gesellschaft, oder steckt etwas anderes dahinter? Nun, dazu sollte man wissen, dass von den vielen, meist christlich ausgerichteten Religionsphilosophen in der Epoche der Aufklärung ausgerechnet Ludwig Feuerbach Eingang in die Lehrpläne der heutigen Gymnasien gefunden hat. Er war vielleicht damals der einzige bekennende Atheist unter den vielen Dichtern und Philosophen des deutschen Idealismus. Er vertrat nun, im Gegensatz zu einer fast unüberschaubaren Anzahl gottgläubiger Dichter, Denker und Philosophen der damaligen Zeit, die Lehre, dass das Bedürfnis des Menschen nach einem gütigen und gnädigen Schöpfer einem grundlegenden Missverständnis entspringe. Alle die positiven Eigenschaften wie Güte, Liebe, Weisheit, die der Mensch mit Gott in Verbindung bringe, habe er, gemäß Feuerbach, gewissermaßen fälschlicherweise auf ein allmächtiges Wesen außerhalb von sich selbst projiziert. Also nicht Gott hat den Menschen geschaffen, sondern der Mensch habe Gott erschaffen! Gerade, dass der Mensch diese Attribute als die höchsten und erstrebenswertesten erkannt habe, zeige, dass er das, was er ins Äußere verlagere, selbst in sich trage. Der Mensch selbst ist Gott!
Man könnte nun in einer Gesellschaft, in der Glauben zur Privatsache geworden ist und im öffentlichen Leben kaum noch eine Rolle spielt, meinen, dass wegen seines Glaubens niemand mehr angegriffen, geschweige denn verraten werden würde, wie es im Worte Jesu verheißen wird, doch das scheint nur auf den ersten Blick so. Die Eruptionen von Hass und Verachtung, insbesondere von Mainstream-Publizisten und Kulturschaffenden, die auf Menschen herniederprasseln, die sich öffentlich zum Beispiel gegen die Gender-Ideologie, einer Frühsexualisierung in Kindergärten und Schulen, die Ehe für alle oder gegen die lockere Handhabung von Abtreibungen (über 100 000 Schwangerschaftsabbrüche 2017 alleine in Deutschland und ohne die große Dunkelziffer zu berücksichtigen!) aussprechen, haben ganz konkret damit zu tun, dass sie damit urchristliche Positionen vertreten und sich in diesem Zusammenhang auch offen zu diesen bekennen. Dass das Eintreten für das ungeborene Leben ganz besonders den Hass gewisser Kreise, die dem links-grünen politischen Spektrum nahestehen, provozieren, zeigt am deutlichsten, wes Geistes Kind diese tatsächlich sind. Bei einem Jugendparteitag einer großen deutschen Partei Ende 2018 forderten einige Sprecherinnen ganz offen, Schwangerschaftsabbrüche bis zum neunten Monat zu legalisieren und die Kosten dafür auch noch durch die gesetzlichen Krankenkassen tragen zu lassen. Kann sich ein normal empathisch veranlagter Mensch vorstellen, wie man bei Müttern ein voll lebensfähiges, mit allem, was einen vollständigen Menschen ausmacht, ausgestattetes Baby mit einer langen Giftspritze in den Bauchraum zuerst tötet, dann aus dem Bauch schneidet und schließlich irgendwo entsorgt? Nein, wir sprechen hier nicht von den Nazimethoden eines Josef Mengele, sondern von den Vorstellungen von ganz „normalen“ jungen Menschen aus „gutem Hause“ westlicher Gesellschaften im 21. Jahrhundert. Kann sich die ganze gottlose, abgründige Doppelmoral von Teilen dieser Generation und natürlich auch anderer gesellschaftlicher Kreise, die auf der anderen Seite zum Beispiel vehement für den Schutz des Regenwaldes und deren indigenerVölker eintreten, noch ungeschminkter zeigen? Wir erinnern uns: „Und weil Gottes Gebote immer stärker missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei den meisten von euch erkalten.“
Zu dem Thema Verrat und Hass heißt es an einer ähnlichen Stelle in Luk. 12,53 noch konkret ergänzend: „Es wird sein der Vater wider den Sohn, und der Sohn wider den Vater; die Mutter wider die Tochter, und die Tochter wider die Mutter; die Schwiegermutter wider die Schwiegertochter, und die Schwiegertochter wider die Schwiegermutter.“ Auch das sollte man nicht nur so wörtlich verstehen, dass die Familienangehörigen sich nun gegenseitig wegen des Glaubens verraten und anzeigen, was allerdings natürlich auch verstärkt auftreten wird und in der Stasi-Herrschaft der DDR auch erst in jüngerer Zeit passiert ist. Es ist vielmehr so zu verstehen, dass aus der inneren Glaubenseinstellung eines gläubigen oder auch nur konservativen Menschen Positionen erwachsen müssen, die teilweise der vorherrschenden Zeitgeist-Ideologie diametral entgegenstehen.
Zum Beispiel werden Haltungen aus dem ganzen wertekonservativen Spektrum heraus immer mehr als Feinde der herrschenden neo-liberalen Ideologie betrachtet und dementsprechend bekämpft, was bis zur Vernichtung der persönlichen Integrität und beruflichen Karriere gehen kann. In diesem Zusammenhang wurde kürzlich ein Beitrag von einem jungem Mann unter Pseudonym in der Wochenzeitung Die Zeit veröffentlicht, wo der jugendliche Autor sich zusammen mit seinen Freunden Gedanken darüber macht, inwieweit es sinnvoll sein könnte, den Kontakt mit den eigenen „Nazi-Eltern“ abzubrechen, wenn diese wertkonservative Positionen einnehmen, zum Beispiel der herrschenden Flüchtlingspolitik kritisch gegenüberstehen würden. Überhaupt ist heute, in unserer „aufgeklärten Zeit“, der Mord an Andersdenkenden weitestgehend durch die entsprechende Light-Formel des Rufmordes ersetzt worden, eine Methode, die immer mehr um sich greift und auch Menschen trifft, die sich das bis vor kurzer Zeit in ihren schlimmsten Albträumen nicht hätten vorstellen können. Und diese ideologisch auf Feindbilder geeichten Strömungen werden selbstverständlich auch die Familien immer mehr entzweien. Von da an ist es nur noch ein kleiner Schritt zum endzeitlichen „Krieg aller gegen alle“, wie ihn Propheten und Seher seit Tausenden von Jahren vorausgeschaut haben.
„Falsche Propheten werden in großer Zahl auftreten und viele verführen.“ Obwohl kaum noch jemand die Endzeitprophetien der Bibel kennt und fast niemandem die Inhalte der Apokalypse bzw. der Offenbarung des Johannes geläufig sind, gibt es sehr viele Menschen, besonders aus esoterischen Kreisen, die sich an allen möglichen Prophezeiungen wie denen von Irlmeier, Nostradamus, Cayce, den Mayas oder dem gesamten Spektrum sogenannter „aufgestiegener Meister“ orientieren, also Quellen, die bei kritischer Betrachtung eigentlich weit fragwürdiger anmuten müssten als die reichlich erforschten und seit Tausenden von Jahren bewährten Überlieferungen der Bibel. Aber der Mensch hat einen kaum erklärbaren Zug zum Irrationalen und lässt sich gerne und leicht verführen, und wehe, man wagt es, an einem solchen Aberglauben Zweifel anzumelden oder gar Kritik zu üben. Daneben gibt es heute die unzähligen Heilslehrer und Gurus von eigenen Gnaden, die sich selbst für erleuchtet, auserwählt oder gottähnlich halten und, oft mit erstaunlichen magischen und charismatischen Kräften ausgestattet, fast immer ihre kleine oder größere Schar von Anhängern früher oder später, wenn nicht direkt ins Unglück, so doch auf einen gehörigen Irrweg leiten, der es diesen so verführten Schafen oft unmöglich macht, den wahren, seit Tausenden von Jahren erprobten geistigen Weg zu finden. „Ich bin ein guter Hirte; ein guter Hirte lässet sein Leben für die Schafe. Ein Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, siehet den Wolf kommen und verlässet die Schafe und flieht; und der Wolf erhaschet und zerstreuet die Schafe.“ (Johannes 10,12-13)
Sehen wir weiter in unserem Text von Matthäus 24: „Und weil Gottes Gebote immer stärker missachtet werden, setzt sich das Böse überall durch. Die Liebe wird bei den meisten von euch erkalten.“ Nun, bei diesem Abschnitt sollte es eigentlich wohl nicht mehr viele Zweifel geben, inwieweit er, besonders für die Zeit, in der wir leben, zutrifft – mögen auch manche argumentieren, dass es das Böse immer schon gegeben habe, und auf Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennung und grausame Kriege usw. hinweisen. Nun, was unsere Zeit aber so speziell macht, ist die völlige Relativierung von Gut und Böse, Richtig und Falsch, Wahrheit und Lüge, Schön und Hässlich, als fast schon offiziell verschriebenes Credo der „Aufgeklärten“. Alles, was früher als göttliche Ordnung galt, der man nach der Epoche der Aufklärung zumindest noch als Naturgesetz Respekt zollte, oder was Immanuel Kant als das „Moralische Gesetz“ bezeichnete und für sich als verbindlich erklärte, wird heute frech zur Verhandlungsmasse erklärt. Das zeitigt dann beispielsweise solche Absurditäten wie eine beliebige Neubestimmung der Geschlechtermerkmale des Homo Sapiens in der Gender-Ideologie oder das abartige öffentliche Erziehungsprogramm zur von oben verordneten Frühsexualisierung unserer Kinder. Freiheit von aller überkommenen Moral ist nun das oberste Gebot der Emanzipation des „Homo Sapiens“, und Slogans wie „Mein Bauch gehört mir“ oder die öffentliche Zur-Schau-Stellung von obszönem Verhalten, selbst vor den Augen von Kindern, wie beim „Christopher Street Day“ oder den zahlreichen Darbietungen auf Sex-Messen oder im Spätprogramm des Fernsehens, sind längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Was sich allerdings nur wenige vorstellen können, ist, dass diese Entwicklungen nicht „zufällige“ Zeitgeisterscheinungen sind, sondern dass dahinter ein Plan, eine Agenda, steht. Kein geringerer als Sigmund Freud, der Urvater der sexuellen Aufklärung, wies darauf hin, dass Menschen, denen durch gewaltsam von außen verordnete Eingriffe der Zugang zu ihren angeborenen seelischen Empfindungen, insbesondere dem Schamgefühl, zerstört wurde, auch der natürliche innere Kompass bei moralischen Fragen verlorengeht und dass sie so umso leichter zu allen Arten von Verstößen gegen die göttliche und natürliche Ordnung der Dinge zu verführen sind. Und in einem solchen Menschen werden dann auch immer mehr die Gefühle von Liebe und Mitgefühl degenerieren und bestenfalls durch ein „politisch-korrektes“ äußerliches Zur-Schau-Stellen von Ethik und Empathie ersetzt werden. Ihr wahres Gesicht zeigt eine solche Einstellung dann auch in der gesellschaftlichen Praxis folgerichtig in der verachtenden Ablehnung und erbarmungslosen Verfolgung jeglicher abweichender Gesinnungen. So werden heute bereits Anschauungen, die früher ganz selbstverständlich als wertekonservativ oder humanistisch akzeptiert und toleriert wurden, mehr und mehr, insbesondere von den Meinungsmachern der links-grünen Mainstream-Hypermoral – also einer Moral unter umgekehrten Vorzeichen –, als „rechtsextrem“ und rassistisch angeprangert. Das vielleicht krasseste Beispiel einer solchen verdrehten Gutmenschenmoral war eine offiziell von der Bundesregierung subventionierte Anleitungsbroschüre für Erzieher in Kindergärten und Kitas, wie man Eltern mit rechtsextremen Tendenzen schon daran erkennen könnte, wie sie ihre Kinder anziehen, zum Beispiel am Tragen von Röcken oder Zöpfen bei den Mädchen oder von Lederhosen bei den Jungen.
Der größte „Trick“ der Unheilsideologen und ihrer Anhänger ist, und daran kann sie eine wache Seele immer erkennen, dass sich in ihrer Haltung der Schwerpunkt von der Betonung auf Liebe, echter Toleranz und Verständnis auf eine neue Zeitgeistmoral und gesellschaftliche Regeln verlagert hat, die dem Geist des universellen Neo-Liberalismus entsprungen sind. Auch sie sprechen gern von Liebe, meinen aber vor allem damit die materielle, greifbare Form der „guten Taten“, oder sie sprechen von moralischen Prinzipien, verbleiben aber in ihrer geistigen Blindheit gegenüber Gottes allumfassender Ordnung, die sie vielfach verachten und mit Füßen treten. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Matth. 7,16 )
„Aber wer bis zum Ende standhält, der wird gerettet“. Was ist hier wohl mit diesem ominösen „Ende“ gemeint, das auch das Wort „Endzeit“ ausmacht und von dem Jesus an einer anderen Stelle ausdrücklich sagt, niemand wisse, wann es in der Zeit genau eintreten werde, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater. Aus geistiger Sicht betrachtet bedeutet dieses „Ende“ nicht das Ende der Welt oder das Ende der Zeit, sondern es meint den Tag der Entscheidung im Sinne des „Jüngsten Gerichtes“. Nun ist dieser Begriff so schwer belastet, dass viele schon bei seiner bloßen Nennung innerlich auf Distanz gehen, weil sie das, insbesondere durch den unseligen Einfluss der Kirchen und vieler dogmatischer christlicher Gemeinschaften, sofort mit Vorstellungen von Verdammung und ewiger Höllenqual in Verbindung bringen. Nun wissen wir aber aus der Nahtodforschung, dass fast alle, und das sind mittlerweile Millionen von Menschen, die eine solche Erfahrung machen durften, davon sprechen, dass sie den Film ihres Lebens vor sich ablaufen sahen und sich mit einem erhöhten Gewissen selbst ihr Urteil über die Taten und Haltungen in ihrem Leben sprachen. Und in diesem Sinne müsste dann auch dieses „Ende“ gesehen werden, von dem Jesus spricht, also eher wie eine letzte Sichtung – nur dann kollektiv für alle lebenden Menschen –, für was sich jede einzelne Seele im Laufe einer langen Prüfungszeit gemäß ihrer innersten Neigungen entschieden hat. Im Sinne von: „Wer Böses tut, der tue weiterhin Böses, und wer unrein ist, der sei weiterhin unrein; aber wer gerecht ist, der übe weiterhin Gerechtigkeit, und wer heilig ist, der sei weiterhin heilig. Siehe, ich komme bald, und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie sein Werk ist“. ( Off. 22,11-12 )
Nach diesem Ende ist, weil es sich um eine abgelaufene Zeitepoche handelt, nach der Bilanz gezogen wird, eine Umkehr wohl nicht mehr möglich, und der „Schnitter bringt die Ernte ein“. Nun aber aufgepasst! In einem traditionell orthodox christlichen Verständnis dieses „Endes“ würde man darunter das große Endgericht in der Materie verstehen, bei dem Jesus Christus mit seinen Heerscharen mit Pauken und Trompeten über den Wolken für alle sichtbar als Richter der Menschheit erscheint. Er spricht hingegen an einer anderen Stelle von seinem Wiederkommen wie von einem „Dieb, der in der Nacht kommt“ (Matthäus 24,43), also ganz unerwartet und für die meisten nicht erkennbar. So bleibt auch hier ein nicht aufzulösendes Geheimnis, in welcher Form genau dieses „Ende“ sich nun tatsächlich darstellen wird.
Das Gericht ist schon da
Nun, genau genommen leben wir hier auf der Erde ja bereits in einer Art von Gericht. Jeder Mensch auf der Erde ist ein Gefangener von Raum und Zeit, ist für Krankheit anfällig und der Sterblichkeit unterworfen, und keiner weiß, wann uns der Tod heimsucht. Und jeder von uns ist von der „Erbsünde“, die wir mit der Annahme dieses Fleischesleibes auf uns genommen haben, beeinflusst, auch wenn das in unserer heutigen säkularen Zeit ein politisch sehr unkorrekter Standpunkt sein mag. Aber wenn man dieses so belastete Wort auf moderne Weise umdeutet, dann heißt dasselbe in der Umgangssprache nichts anderes als der „Alte Adam“ oder die „Alte Eva“, und jeder von uns weiß dabei recht genau, was damit bei uns selbst gemeint ist, auch ohne einen religiösen Kontext. Das Angebot des christlichen Glaubens besteht nun darin, durch die Annahme des Opfers von Golgatha und ein entsprechend auf das Geistige ausgerichtetes Leben diesen Alten Adam vergleichbar einer geistigen Bluttransfusion durch das Christusbewusstsein ersetzen zu lassen. Diejenigen, in deren Seelen und Körpern diese Art alchemistische Transfiguration stattfinden konnte, werden den „Tod nicht schmecken“, wie es in der alten Bibelsprache heißt, das bedeutet, dass ihre Seelen vom Urfall erlöst sind und bereits im Diesseits in ihrem inneren Himmel auferstehen. Eine Scheidung der Geister wird es geben, aber nicht so, dass die Bösen in das ewige Feuer geworfen werden, sondern dass sie in ihrem eigenen Gericht drinnen bleiben müssen, wenn sie das Opfer von Golgatha als geistiges Geschehen im Glauben nicht annehmen wollen oder können. „Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.“ (Johannes 19). Dieses Bibelwort ist eine der vom institutionalisierten Christentum der großen Kirchen vielleicht am meisten vernachlässigten Botschaften überhaupt. Hätte man sie wörtlich genommen und verinnerlicht, hätten sich die Schreckensbilder von ewiger Verdammnis und immerwährender Höllenpein sich nicht so in das kollektive Unterbewusstsein der Menschheit einbrennen und so viel Schaden in den Seelen anrichten können – mit dem damit verbundenen Abfall vom Glauben – und es hätten auch die Kirchen niemals eine solche Blutspur in der Geschichte hinterlassen können. Dieses Wort ist ganz einfach so richtig zu verstehen, dass, während die „Erlösten“ auf eine höhere Seinsstufe in einer wie auch immer gearteten geistigeren Form gehoben werden – das, was die Bibel als das „Himmlische Jerusalem“ bezeichnet – die Zurückbleibenden in ihrem eigenen Karma und dem Gericht der Welt verbleiben müssen. Eine banale Entsprechung zu dieser Idee wären in der Esoterik und den modernen Fantasiegeschichten die Vorstellungen von rettenden UFOs, die den Gerechten zu Hilfe kommen und diese von dem Jammertal Erde hinweg in das Paradies bringen. Diese Themen finden wir gerade in unserer Zeit wieder inflationär in der Kunst, ob nun in Filmen, in der Malerei oder der Literatur, was zeigt, wie lebendig das kollektive Unbewusste immer noch, trotz aller äußerlichen Areligiosität, geistige Impulse aufzunehmen in der Lage ist.
„Die rettende Botschaft von Gottes Reich wird auf der ganzen Welt verkündet werden, damit alle Völker sie hören. Dann erst wird das Ende kommen.“ Von der Öffentlichkeit in Deutschland weitestgehend unbeachtet gibt es in vielen Ländern eine zahlenmäßig starke Zunahme von Menschen, die sich zum christlichen Glauben bekennen. So wuchs die Zahl der zum Christentum Übergetretenen in China von 1,8 Millionen im Jahre 1949 auf heute geschätzte über 100 Millionen. In Südkorea und Singapur, zwei Ländern mit traditionell buddhistischen und taoistischen Wurzeln, kletterten die Zahlen der sich zum Christentum bekennenden Menschen in den letzten Jahren auf über 30 bzw. 20 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend. Ähnlich sieht es in Russland aus, dort hat sich die Zahl der registrierten Christen seit Ende der Sowjetunion vervierfacht. Und wie ich kürzlich von einem Pastor gehört habe, gibt es kaum noch ein Fleckchen auf dieser Erde, selbst unter indigenen Völkern, das die christliche Botschaft im Wort der Verkündigung noch nicht erreicht hätte.
Wieder spricht Jesus hier von diesem mysteriösen „Ende“. Wie dieses nun genau abläuft, das hat Gott wohl vor uns Menschen verborgen, weil wir ihn ja im Glauben empfangen und immer für alles Geschehen bereit sein sollen, was uns alleine schon die harte Faktenlage unserer eigenen Sterblichkeit lehren sollte. Aber vielleicht können wir durch andere Stellen in der Bibel, zusätzliche nichtbiblische Prophezeiungen und Offenbarungen, und nicht zuletzt durch die „Zeichen der Zeit“, einkreisen, was damit gemeint sein könnte. Jesus sagt unter anderem auch: „Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: ‚Es gibt Regen’. Und es kommt so. Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: ‚Es wird heiß’. Und es trifft ein. Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?“ (Luk 12,54-57)
Da haben wir sie wieder, die Eingangsfrage: In welcher Zeit leben wir? Einige dieser Zeichen der Zeit haben wir anhand der Endzeitprophezeiung von Matthäus 24 bereits genauer durchleuchtet und erstaunliche Übereinstimmungen zu tatsächlichen aktuellen Entwicklungen gefunden, so dass es eigentlich kaum noch einen Zweifel geben sollte, dass tatsächlich unsere Generation diese privilegierte Gruppe von Seelen ist, die sich in dieser von so vielen vorangegangenen Epochen teils befürchteten, teils ersehnten ominösen „Endzeit“ inkarniert haben.
Die lichte Seite der „Endzeit“
Würde man es nun nur bei Matthäus 24 oder ähnlich düsteren apokalyptischen Prophezeiungen belassen, würde sich ein sehr einseitiges Bild dieses großen Geschehens ergeben, und wir alle müssten uns vor dem Kommenden eher fürchten. Nun leben wir aber hier auf dieser Erde in der Polarität, wie es nicht nur die Naturwissenschaft – actio gleich reactio –, sondern auch die Geisteswissenschaft, ja selbst die Esoterik, zeigt. Das bedeutet unter anderem, dass alle auftretenden geistigen oder auch materiellen Phänomene eine, oft noch verborgene, konträre Seite haben, so dass es für alles Schlechte, für alle Degeneration und jeden Niedergang auf der anderen Seite der Waagschale ein Positives und eine Entwicklung zum Guten und Wahren geben muss. Denn Gut und Böse halten sich auf diesem Erdenplan immer mehr oder weniger die Waage, nicht im Quantitativen, sehr wohl aber im Qualitativen. Betrachteten wir bis jetzt bei dem dargestellten Endzeitgeschehen vor allem die negative Seite, so muss es gemäß der Idee der Polarität eben auch eine positive geben. So wie sich auch schon in Goethes Faust Mephistopheles, der große Widersacher und Verführer der Menschheit, selbst beschreibt: „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“. Oder wie es der frühvollendete schwäbische Dichter Hölderlin vor über zweihundert Jahren so wunderbar ausgedrückt hat: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ Und eine geistige Tatsache in der Entwicklung, in der wir heute mitten drinnen stehen, ist unter anderem die Geburt dessen, was in der christlichen Überlieferung als das „Christusbewusstsein“ bezeichnet wird.
Und auch dafür finden sich in der Bibel einige faszinierende, gleichnishafte Beschreibungen. So heißt es in Kapitel 12 der Offenbarung des Johannes: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel: ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab.“ Und hier interessiert uns ganz besonders die folgende Passage: „Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.“
Wieder zeigt es sich, dass, wenn man in der Lage ist, diese Symbolsprache zu verstehen – ähnlich wie man eine Fremdsprache zu verstehen lernt –, die Bilder auf erstaunlich präzise und zutreffende Weise die geistigen Strömungen unserer heutigen Zeitverhältnisse beschreiben. Schauen wir uns die Bilder im einzelnen einmal genauer an. Der Drache ist unschwer als das weltweite materialistische Finanz- und Militärsystem, mit seinen krakenhaften Armen hinein in Politik, Justiz, Wirtschaft, Bildung und Lebensstil, und die damit verbundene Gesinnung des Neo-Liberalismus zu erkennen, das fast die gesamte Erde in seinem Griff hält. Die „Frau, mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und die Krone aus zwölf Sternen“ ist die göttliche Liebe, wie sie sich als selbstlose, universelle Nächstenliebe unter den Menschen zeigt. Denken wir nur als Beispiel an die vielen weltweiten Wohltätigkeitsinitiativen und Spendenkampagnen, ohne die unsere Welt in einem noch viel schlimmeren Zustand wäre. Aber auch das global geteilte Gefühl, besonders in der jungen Generation, dass wir alle Teil der Menschheitsfamilie, jenseits von kulturellen und religiösen Unterschieden, sind, und die Bereitschaft, sich mit immer größerer Selbstverständlichkeit in irgend einem karitativen Werk weltweit zu engagieren, wäre dafür ein Beleg. Wer wollte noch ernsthaft in Frage stellen, dass diese Nächstenliebe durch den Drachen des Babylon-Systems, das mithilfe seiner staatlich gesteuerten Erziehungseinrichtungen und der systemimmanenten Mainstream-Medien mit ihren täglichen Horror-Meldungen und Angst-Kampagnen praktisch alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens mit seinem Gift beeinflusst, existenziell gefährdet ist.
Und das Kind, das diese Frau gerade in unserer Zeit und vor unseren schlaftrunkenen Augen gebiert, ist tatsächlich in der Entsprechung nichts anderes als das sagenumwobene Christusbewusstsein. Und dieses wird heute überall in Menschen erweckt, teilweise ohne dass diejenigen das oft so recht erkennen können, ja gerade so wie dieser biblische „Dieb in der Nacht“, wie Jesus selbst sein zweites Kommen unter anderem beschreibt. Und alleine dieses von Gott stammende Christusbewusstsein in unseren Seelen – und kein noch so humanistisches Guteswollen – ist imstande, den mächtigen Weltgeist zu besiegen und zu überwinden.
Die Entrückung zu Gott und seinem Thron bedeutet nun nicht, dass das Christusbewusstsein irdisch gleich wieder verschwindet, sondern dass es sich wesenhaft in einer geistigen Sphäre befindet, wo es durch den materialistischen Weltgeist nicht mehr erreicht und beschädigt werden kann. Und aus diesen Wahrheitsbildern ergibt sich demnach auch zwingend logisch, dass nur Menschen, in denen dieses Christusbewusstsein erwacht ist, eine echte Gefahr für das Babylonsystem darstellen. Darum stimmt auch der alte Hippie-Spruch nach wie vor: „Willst du die Welt ändern, so musst du erst einmal dich selbst ändern (lassen).“ Warum nun, könnte man sich fragen, erscheint dieses so erhabene und siegreiche Bewusstsein als Knäblein und nicht etwa als Heldenfigur? Nun, ein Knäblein ist etwas Schwaches und Kleines, und es wird dadurch gezeigt, dass die Umwandlung des Bewusstseins auf der Erde nicht durch Macht und Gewalt geschieht, sondern durch Gottes Geist: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“ (Sacharja 4). Ja, Gottes Geist ist nicht nur groß, sondern gleichzeitig auch klein, ja, er ist das allerkleinste, und darum auch in der Lage, alles zu durchdringen, und deshalb auch fähig, sich durch die kleinsten Spalten und feinsten Ritzen des weltgeistlichen Bollwerks einzuschleichen. Wo immer es eine Lücke findet, ist es da.
Und auch die Apokalyptische Frau als Gleichnis für die göttliche Liebe in menschlicher Gestalt, also letztlich alle Menschen, die guten Willens sind, wird vor den Anfeindungen des Drachens in die Wüste versetzt, ein Bild, das richtig gedeutet heißt: Es wird nicht ohne Ausdauer, Geduld, Verzicht, Opfer, Entbehrungen und mannigfaltige Prüfungen für den Alten Adam, die Alte Eva in uns zu machen sein.
Was ist unter Christusbewusstsein zu verstehen?
Wie kann man sich nun das Wesen dieses Christusbewusstseins vorstellen? Nun, erst einmal ist es etwas rein Geistiges, das nur in der Seele und im Geist des Menschen unmittelbar wirksam ist und nur bedingt durch äußere Mittel wie spirituelle Techniken, Zeremonien, Rituale oder spirituelle Lehrer entwickelt werden kann. Wie Jesus an einer der bemerkenswertesten Stellen im Neuen Testament zur samaritischen Frau am Jakobsbrunnen sagt: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4:24) Die Voraussetzungen, damit sich dieser Geist in uns offenbaren kann, sind eine große Wahrheitsliebe und der unbedingte Wille, diese vor allem anderen im Leben an erste Stelle zu rücken; als Nächstes die innige Sehnsucht nach etwas Höherem als allen materiellen Werten, etwas, das letztlich auch nicht in einem von Menschen geschaffenem Humanismus, sondern eben nur im wahren Geistig-Religiösen zu finden ist; und schließlich der Mut, die Ausdauer und die Beharrlichkeit, sich durch keine Widrigkeiten, durch keine Rückschläge oder Versuchungen und durch keinen Fall von seiner Ausrichtung auf das Göttliche abbringen zu lassen. Dieses Etwas unterscheidet sich von anderen spirituellen Haltungen, vor allem dadurch, dass es nicht nur um sich selbst und den eigenen geistigen Fortschritt kreist, sondern die sich daraus ergebende Frucht ein Verantwortungsgefühl für die Entwicklung der ganzen Menschheitsfamilie mit sich bringt. „Das, was ich für mich tue, tue ich auch für andere; das, was ich für andere tue, tue ich auch für mich.“ Deshalb kann das verwirklichte Christusbewusstsein niemals die Folge einer Geistestaufe oder Einweihung alleine sein, sondern muss immer das gemeinsame „Produkt“ aus göttlicher Gnade und dem eigenen ernsthaften Streben des Menschen sein, welches immer mit dem von Gott gegebenen freien Willen einhergeht.
„Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“ (Faust). Also nicht jede Erleuchtungs- oder Nahtoderfahrung, wie sie heute in dieser „Zeit der Zeiten“ viele Menschen machen dürfen, hat gleich etwas mit diesem Christusbewusstsein zu tun. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ (Matth. 7,16). Und schließlich ist dieses Christusbewusstsein der Geist des vollkommen geistig wiedergeborenen Menschen, der in seinem Denken und Handeln nicht mehr vom Alten Adam oder der Alten Eva beeinflusst wird. Deshalb auch das Wort: „Es wird über alle Völker (im Lutherdeutsch fast besser noch: „über alle Heiden“, nämlich die weltlichen Seiten in jedem von uns und die menschengemachten Strukturen in der Welt) mit eisernem Zepter regieren.“
Gemäß der biblischen Prophezeiung wird das Neue Friedensreich (oder das „New Age“ im guten und eigentlichen Sinn des Begriffes) also für die meisten von uns nicht ohne ernsten Kampf und schmerzliche Geburtswehen erscheinen, auch wenn sich das so manche Esoterikromantiker oder Nirvana-Anhänger gerne anders erträumen würden. Ganz im Gegenteil wird bei dem Übergang in die neue Zeit unser ganzer Mensch mit Willen, Glauben und überwindender Liebe gefordert sein, möchten wir zu denen gehören, die das andere Ufer erreichen. An dieser Stelle muss noch erwähnt werden, dass der Geist Gottes mit seinen Offenbarungen natürlich in seiner Darstellung nicht nur in der Bibel zu finden ist, sondern in vielen Heiligen Schriften und Überlieferungen auftaucht. Unter anderem auch in unseren so harmlos erscheinenden Volksmärchen, wie sie besonders die Brüder Grimm zusammengetragen haben. So finden wir zum Beispiel im Märchen „Dornröschen“ geradezu eine perfekte Beschreibung dieses Christusbewusstseins mit all seinen Begleiterscheinungen. Es steht dort tatsächlich für den jungen Prinzen, für den, nachdem hundert Jahre vergangen sind und nachdem viele andere, nicht berufene Prinzen vor ihm vergeblich versucht hatten, die Dornenhecke mit Gewalt zu durchbrechen, sie sich, weil er berufen ist, einfach auftut (!) und er endlich zu dem schlafenden Dornröschen im Turm des Schlosses vordringen kann, um sie wachzuküssen. Wenn der junge Prinz also für das Christusbewusstsein steht, so die Prinzessin für die ursprünglich reine, göttliche Seele im Menschen, die aber durch das Gift des kalten, klugen Weltverstandes, das der Widersacher ausgelegt hat – sie sticht sich an der vergifteten Spindel – in einen tiefen Schlaf gefallen ist, und mit ihr der gesamte Hofstaat. Auch dieses Bild ist leicht zu deuten, denn natürlich handelt es sich dabei um den Bewusstseinsschlaf der Menschheit, der eintritt, wenn wir uns nur noch ausschließlich mit den Dingen und Geschehnissen der Raum-Zeit-Wirklichkeit identifizieren, den kalten Verstand über das Herz stellen und darüber unsere wahre Identität als göttliche Wesen vergessen.
Hundert Jahre, eine volle Periode also, steht auch für das berühmte „wenn die Zeit reif ist“, was wir auch aus dem Volksmund kennen, und die Dornenhecke steht gleichnishaft für die psychischen Widerstände, die eine Seele in Gefangenschaft auch gegenüber dem, was sie retten könnte, aufbaut, was in der modernen Psychologie auch als der „innere Saboteur“ benannt wird. Und wenn schließlich die göttliche Seele zu ihrer eigenen Identität erwacht, so erwacht auch der ganze Hofstaat mit ihr, samt König und Königin, wieder. Hier zeigt sich auch, wie modern und aktuell diese jahrhundertealten Märchen sind, denn heißt es nicht immer wieder in der spirituellen Literatur: Erst das innere Erwachen der Menschen kann die Welt draußen in Ordnung bringen?
Und schließlich abschließend noch ein Beispiel aus der chinesischen religiösen Tradition, das wieder einen anderen Aspekt des Christusbewusstseins beleuchtet:
Der Berufene hat kein eigenes Herz.
Er macht das Herz der Menschen zu seinem Herzen.
Zu den Guten bin ich gut,
zu den Nichtguten bin ich auch gut;
denn das Leben ist die Güte.
Zu den Treuen bin ich treu,
zu den Untreuen bin ich auch treu;
denn das Leben ist die Treue.
Der Berufene lebt in der Welt ganz still
und macht sein Herz für die Welt weit.
Die Leute alle blicken und horchen nach ihm.
Und der Berufene nimmt sie alle an als seine Kinder.
(Lao Tse, Tao Te King)
Aussichten
Was können wir nun aus alledem für uns selbst für Erkenntnisse ziehen? Die Verwirklichung dessen, was wir Christusbewusstsein genannt haben, in der eigenen Seele und als Omega-Punkt für die ganze Menschheitsfamilie ist das höchste denkbare Ziel und der eigentliche Sinn des menschlichen Lebens, und in diesem Sinne wahrhaftig alternativlos, und sollte dieser Prozess sich auch über viele Leben erstrecken. Es ist wie bei der Verwandlung der Raupe zum Schmetterling. Auch sie kann inmitten ihrer Transformation nicht plötzlich den Verwandlungsprozess eigenmächtig stoppen und für sich nun entscheiden: „Es reicht mir, ich bin mit meinem bequemen Dasein in diesem Kokon recht zufrieden.“ Uns allen, jedem einzelnen, wurde am Anfang der Schöpfung ein inwendiges Programm eingebaut, sich dorthin, zu unserem höchsten Potential zu entwickeln. „Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.“ (Mose 1, 27)
Und wir erinnern uns noch einmal an unseren Text: „Und sie (das apokalyptische Weib) gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Heidenvölker mit eisernem Zepter herrschen wird.“ (Offenbarung 12,5). Das bedeutet tatsächlich nichts anderes als dass nur die Menschen, in denen dieses Christusbewusstsein lebendig wird, die Geschehnisse in der Welt zum nachhaltig Positiven wenden können. Alle anderen menschlich-humanistischen Bemühungen sind dazu verdammt, mit jeglichem sogenannten „Guten“, das sie vordergründig erreichen können, immer auch ein entsprechendes Schlechtes zu ernten, als das Erbe der Polarität auf dieser Erde. Denn Goethes Spruch „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft“ gilt fatalerweise auch andersherum. Nicht so für einen solcherart im Geiste Wiedergeborenen! Für ihn sind Dinge möglich, die sich der natürliche Mensch, mit all seinem guten Wollen, nicht in seinen kühnsten Träumen vorstellen kann. Die Gebete, Segnungen und Lichtsendungen, ja selbst unabsichtliche Herzensimpulse eines solchen Menschen, der nicht mehr nur sich, sondern das Wohl der ganzen Menschheit sieht, die er als Kinder Gottes begreift, werden dann immer mehr maßgebend für die weitere Entwicklung auf der Erde.
„Damals, vor der großen Flut, aßen und tranken die Menschen, sie heirateten und wurden verheiratet – bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging. Sie ahnten nichts davon, bis die Flut hereinbrach und alle umbrachte. So wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.“ ( Matth. 24, 38-39 )
„Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine so große Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zu ewiger Schmach und Schande. Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.“ (Daniel 12,1-3)
Yogananda sprach von einer kommenden Finanzkrise, von der er sagte, dass sie weit größer sein würde als jene, die dem Zusammenbruch der Börse im Jahre 1929 folgte… Er beschwor die Menschen, alles zu tun, was möglich ist, um ihren Lebensstil zu vereinfachen, und sogar, wenn möglich, ganz aufs Land zu ziehen. An einem Punkt unterbrach er seine Rede und deklarierte mit so einer Kraft, dass es fast einem Schreien gleichkam: „Ihr wisst nicht, was für eine furchtbare Katastrophe auf euch zukommt. Die Zeit für optimistische Erwartungen für die nahe Zukunft ist vorbei. Die Geschehnisse sind bereits außer Kontrolle. Nichts kann jetzt mehr getan werden, um sie zu stoppen, obwohl man immer alles abmildern kann, wenn wir spirituellen Prinzipien folgen. Ihr müsst für eure eigene Sicherheit sorgen, und allen beistehen, denen ihr helfen könnt.“ (Derek Walters, „Conversations with Yogananda“)
„Nach all den Leiden werden die Geretteten, die geistige Elite, in das Goldene Zeitalter eintreten und werden Harmonie und unendliche Schönheit erfahren. Deshalb seid im Frieden und im Glauben, wenn die Zeit des Leidens und des Terrors kommt, denn es steht geschrieben, dass nicht ein einziges Haar des Gerechten gekrümmt wird.
So wie die Weinrebe gepflegt wird, so werden die bewussten Menschen andere darauf vorbereiten, dem Gott der Liebe zu dienen. Sie geben ihnen gute Bedingungen zum Wachsen, so dass sie sich gut entwickeln können. Zu jenen, die zuhören wollen, sagen sie: ‚Habt keine Angst! Gib dir noch etwas mehr Ruhe und Stille und alles wird gut. Du bist auf dem guten Weg. Möge der, der willens ist, die Neue Kultur studieren, regelmäßig daran arbeiten und sich darauf vorbereiten.’
Jedoch bis es soweit ist, wird viel Leiden gesendet werden, um das Bewusstsein aufzuwecken. Über Tausende von Jahren angehäufte Sünden müssen getilgt werden. Die glühende Welle, die vom Höchsten kommt, wird das Karma der Menschen auflösen. Diese Befreiung kann nicht mehr länger hinausgeschoben werden. Die Menschheit muss sich auf große Prüfungen vorbereiten. Man kann ihnen nicht ausweichen, und sie werden den Egoismus beenden.“
(Peter Deunov, bulgarischer Mystiker, der kurz vor seinem Tod eine Vision der Endzeit hatte)
Yehudi



